125-JÄHRIGES JUBILÄUM DER CRAMER-KLETT-SIEDLUNG

 

Die ehemalige Arbeitersiedlung, welche um die Jahrhundertwende einst durch die Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg (MAN), heute HÖRMANN Automotive erbaut und im Jahr 1979 in das Denkmalbuch des Landes Hessen eingetragen wurde, feierte bereits vor einem Jahr, ihr 125. Geburtstag.

Am 17. Oktober 1896 wurde in einer MAN-Aufsichtsratssitzung der Bau der Arbeiterhäusern genehmigt. Rund um den zentralen Cramer-Klett-Platz entstanden in den drauffolgenden Jahren insgesamt 36 Häuser mit 148 Wohneinheiten, die vom Oberbaurat Prof. Karl Hofmann aus Darmstadt entworfen worden sind.

Baugeschichtlich und städtebaulich bedeutsam sind die aufwendigen Baugestaltungen in Anlehnung an den englischen Landhausstil der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und an die damals neu aufkommende Gartenstadtidee und die zweckmäßige Grundrisskonzeption. Durch Unterbringung der Arbeiter in Einzelhäusern mit Gärten hatte die MAN schon um die Jahrhundertwende eine betriebliche Wohlfahrtseinrichtung geschaffen.

Der 1898 fertiggestellte Mittelpunkt der Siedlung ist der Cramer-Klett-Platz. Die Siedlung wurde nach Theodor Freiherr von Cramer-Klett, der von 1847 bis 1884 Leiter der Maschinenfabrik Klett und Co. (späteren MAN) war, benannt.  

Ende der 70er Jahre wollte sich die MAN - wie viele andere große Unternehmen auch - von ihren Werkswohnungen trennen. Durch den Verkauf der gesamten Cramer-Klett-Siedlung am 1. Juli 1979 an die Gemeinnützige Baugenossenschaft Mainspitze wurden die Nutzung als Wohnraum, die zentrale Steuerung aller erforderlichen Baumaßnahmen und eine einheitliche Gestaltung sichergestellt.

1980 wurde mit umfangreichen Sanierungsarbeiten begonnen und pro Jahr zwischen zwölf und 18 Wohneinheiten saniert. Infolge des zum Teil desolaten Zustandes der Bausubstanz wurden umfangreiche Instandsetzungsarbeiten eingeleitet, so wurden auch neue Holzfenster und Holzaußentüren an den Siedlungshäusern erneuert. Zielvorstellung war zum einen die Erhaltung und Wiederherstellung der Gebäude in ihrer ursprünglichen Form, die sich in Türmchen, Erkern, Gauben und vielerlei Giebelformen darstellt, zum andern die gleichzeitige Verbesserung des Wohnkomforts. Seit 2009 verkauft die gemeinnützige Baugenossenschaft Mainspitze einzelne Wohneinheiten.

IRRITATIONEN IN DER CRAMER-KLETT-SIEDLUNG

Aktuell werden die in den 80er Jahren umgesetzten Instandsetzungsmaßnahmen in ihre ursprüngliche bauzeitliche Form und Gestaltung durch das Hessische Landesamt für Denkmalpflege angezweifelt, obwohl diese bereits damals in die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen eingebunden waren.

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LEBENDIGE GESCHICHTE

"Die Cramer-Klett-Siedlung steht unter Denkmalschutz, d.h. wir wohnen und leben in einem Denkmal. Unsere Aufgabe ist aus der Verpflichtung der Tradition heraus, diese zu erhalten, über unsere Stadtgrenzen hinaus bekanntzumachen und die Siedlung mit Leben zu füllen."

Den Denkmalschutzgedanken an Jung und Alt zu vermitteln, ein Bewusstsein für Denkmalschutz zu bilden und zu vertreten, ist neben der Aufgabe der Erhaltung der zur Cramer-Klett-Siedlung gehörenden öffentlichen Anlagen, eine weitere Aufgabe des Förderverein Cramer-Klett-Siedlung Gustavsburg e.V.

Denkmale spielen in unserem Alltag – oftmals unbewusst – eine bedeutende Rolle. Als Orte der Erinnerung, historisches Wahrzeichen oder als das unverwechselbare „Gesicht“ der eigenen Heimat.

Unser Verein macht sich zur Aufgabe, das Heimatgefühl zu stärken und sich für den Erhalt unserer kulturhistorischen Arbeitersiedlung einzusetzen. Denn nur wer Denkmale in ihrer ganzen Vielfalt und Einmaligkeit begreift und erlebt, wird sich auch für den Erhalt dieser Monumente einsetzen.

 

NEUES LEBEN IM DENKMAL

Unsere historische Arbeitersiedlung erzählt eine Geschichte, eine Geschichte vom Leben und Bauen der vergangenen Zeit. Dabei ist jedes einzelne Gebäude wertvoll, denn im Zusammenhang mit der baulichen und landschaftlichen Umgebung offenbart sich die kulturelle Identität und Vielfalt unserer Cramer-Klett-Siedlung.

Um unsere Cramer-Klett-Siedlung zu erhalten, bedarf es einem vernünftigen Nutzungskonzept, die moderne Anforderungen mit der sensiblen Erhaltung der Originalsubstanz in Einklang bringen.

Finden Sie nicht auch, dass unsere Cramer-Klett-Siedlung ein kleines historisches Dorf in unserer Stadt ist?
 

UNTERSTÜTZER WERDEN ... MITGLIED WERDEN ...

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WIR SUCHEN ... SIE HABEN ...

Der Förderverein möchte durch Öffentlichkeitsarbeit und Geschichtsforschung das Interesse von Bürgern, Touristen und Behörden für die Erhaltung, Instandsetzung und Nutzung der Cramer-Klett-Siedlung wecken, sowie finanzielle und tätige Hilfe von privater Hand besorgen und sinnvoll einsetzen.

Hierfür suchen wir alte Bilder, Fotos, Postkarten, eventuell Bauzeichnungen oder Akten über die Entstehung unserer Arbeitersiedlung. Sollten Sie im Besitz solcher Dokumente sein und möchten diese auch anderen zeigen, dann melden Sie sich bei uns. Wir werden die Dokumente mit Ihrem Einverständnis gerne u.a. auf unserer Homepage veröffentlichen.