WORMSER ARBEITERSIEDLUNG KIAUTSCHAU


Die im Westen Worms gelegene zauberhaft und idyllische Arbeitersiedlung "Kiautschau" mit seinem kopfsteingepflasterten Sträßchen und schmucken Fachwerkhäusern, welche durch den Torbogen an der Ecke Friedrich-Ebert-Straße / Bebelstraße inmitten der Stadt unteranderem zu erreichen ist, wurde als ehemaliges Lederarbeiterviertel der von Heyl'schen Lederwerke erbaut.

Entstanden ist das Wohnviertel auf Initiative des Wormser Unternehmers Cornelius Wilhelm Freiherr Heyl zu Herrnsheim. Er wollte angenehme und sozialverträgliche Wohnverhältnisse insbesondere für Arbeiterfamilien schaffen. Am 15. November 1897 gründete er zusammen mit 29 anderen Wormser Bürgern die Wohnungsbaugesellschaft "Aktiengesellschaft zur Erbauung billiger Wohnungen namentlich zum Besten von Arbeitern in Worms am Rhein".

Der damalige STADTBAUMEISTER PROF. KARL CHRISTIAN HOFMANN, der mit seinem stadtbildprägenden "Nibelungenstil" zu Bekanntheit und Ansehen in Worms gelangte und unter anderem auch die Gewerbeschule und den Wasserturm baute, gestaltete ein heute idyllisch-romantisch anmutendes Wohnquartier mit 115 Zwei-Familienhäusern mit ca. 35-50 qm Wohnfläche pro Wohnung und je einem kleinen Nutzgarten.

Über Oberbaurat Prof. Karl Hofmann ist die Verbindung zu der in Gustavsburg gelegenen historischen Arbeitersiedlung "Cramer-Klett-Siedlung" vorhanden. Die Ähnlichkeit der Häuser ist nicht nur erstaunlich, sondern in der architektonische Gestaltung der Siedlungen sofort erkennbar. Mit Unterschied das in der Cramer-Klett-Siedlung, das zum größten Teil vorhandene Fachwerk mittels einer Holzschindelverkleidung abgedeckt wurde.

Ebenso wie die in Gustavsburg als Gartenstadt konzipierte Arbeitersiedlung "Cramer-Klett-Siedlung", bittet die Arbeitersiedlung Kiautschau eine abwechslungsreiche Architektur.