RICHTUNGSWECHSEL BEZÜGLICH DENKMALSCHUTZRECHTLICHER GENEHMIGUNGEN

Ohne vorige Verlautbarung kommt es innerhalb der Gustavsburger Cramer-Klett-Siedlung zu einem Richtungswechsel in Sachen Denkmalschutz. So sollen zukünftig die verbauten Fenster der Siedlungshäuser nicht mehr Braun, sondern in weißer Farbgebung gehalten werden. Es ist bereits seit einiger Zeit ein möglicher Gestaltungsleitfaden für die denkmalgeschützen Siedlung durch das hessische Landesamt für Denkmalpflege geplant. Aber was ist daraus geworden? Was für Auswirkungen hat ein solcher Gestaltungsleitfaden für die Hauseigentümer? Sollen die Siedlungshäuser wieder schrittweise zum ursprünglichen bauzeitlichen Gebäudebestand anno 1900 zurückgebaut werden? Entsprechende durch das hessische Landesamt für Denkmalpflege angedachte Informationsveranstaltung ist bislang ausgeblieben. Wird der Eigentümer vor vollendete Tatsachen gestellt?

Im Jahr 1979 wurde die ehemalige Arbeitersiedlung nicht nur vom Land Hessen als Denkmal anerkannt, sondern es wurde eine zuvor nicht vorhandene Homogenität der Siedlungshäuser, respektive des Gesamtensemble geschaffen. In den letzten 13 Jahren haben bereits zahlreiche Sanierungsmaßnahmen stattgefunden. So wurden bereits vielfach Fenster unter den damaligen denkmalschutzrechtlichen Vorgaben bei den Häusern erneuert. Müssen diese Fenster nun mit weißer Farbe gestrichen werden? Derzeitige Pläne sind nicht bekannt, die Interessengemeinschaft der Gustavsburger Cramer-Klett-Siedlung kritisiert jedoch diese Vorgehensweise und Intransparenz seitens der Bauaufsicht der Kreisverwaltung Groß-Gerau und dem hessischen Landesamt für Denkmalpflege.

Was einst in einer 12-jährigen Generalsanierung mit viel Liebe zum Detail erschaffen wurde, wird nun über den Haufen geworfen. Das ist für die Interessengemeinschaft nicht nachvollziehbar. Diese Handlungsweise ist dilettantisch und verunstaltet das homogene Erscheinungsbild der denkmalgeschützten Cramer-Klett-Siedlung für die kommenden 40 Jahre. Noch kurioser erscheint einem die Aussage aus der Kreisverwaltung Groß-Gerau, dass der Austausch einzelner Fenster, in der bisherigen braunen Farbgebung erfolgen darf.

Eine solche massiv eingreifende Änderung im Erscheinungsbild müsste als Gesamtsanierungskonzept in einem denkmalgeschützen Ensemble mit seinen 36 Häuser, respektive 148 Wohneinheiten begleitet werden. Dieses Vorgehen widerspricht allen anderen bislang abgelehnten Baumaßnahmen der Eigentümer.